Pagan Coaching

Alte Pfade werden neue Wege

Die Göttin Isis verlangt ihren Namen zurück 

Dezember 2015  

Ich bin Isis, die Mutter aller Dinge.

Die Herrin der Elemente, das erstgeborene Kind aller Zeiten.  

Königin aller göttlichen Mächte, Gebieterin über Licht und Schatten.  

Ich trage die Gestalt aller Götter und Göttinnen.  

Meinem Willen gehorchen Mond und Sterne am Himmel.  

Mein Name, meine Göttlichkeit, wird in aller Welt verehrt.  

Ich werde in allen Formen, in unterschiedlichen Gestalten angebetet.  

Und unter vielen Namen.  

Mein wahrer Name aber ist Königin Isis.“  


„Ich bin alles, was war, was ist und was sein wird. (…) Kein Sterblicher hat je erfahren, was sich unter meinem Schleier verbirgt.“ Sockelinschrift der Isisstatue von Sais  

So spricht Isis, die große Göttin der alten Zeit. Ursprünglich war sie eine machtvolle ägyptische Göttin, die als Wächterin über Leben und Tod verstanden wurde, als Mutter und Herrscherin. Sie galt als Ahnherrin der Pharaonen und ihr Kult breitete sich auch im römischen Reich rasch aus.

Vor einigen Jahren konnte ich den Isis Tempel in Mainz besuchen, der gefunden wurde, als ein Einkaufszentrum gebaut wurde und der nun in demselben Einkaufzentrum der Allgemeinheit offen steht. Dies zeigt, wie weit ihr Kult tatsächlich verbreitet war. Und ebenso wie dieser Tempel uns noch heute Zugang gewährt, so tut es auch die Göttin selbst. Isis ist eine Göttin, die von vielen Heiden verehrt wird und sie ist zugleich die Mutter des Phönixcamps. Manch einer sieht Isis gar als personifizierte Weltseele, als Kern des Mysteriums.  

Worte haben Kraft und Macht. Sie tragen Energie in sich, sind zum Teil Jahrtausende lang mit Bedeutung aufgeladen worden. Das gilt besonders für Namen. Und gerade der Name Isis ist unfassbar machtvoll.  

Wer würde einen solchen Namen seinem schlimmsten Feind geben? Einen Namen, der diesen mit einer Macht verbindet, die niemals versiegt? Niemand, der auch nur ein bißchen von Magie versteht, würde das tun. Leider wissen die meisten Menschen, die heute an den Schalthebeln der Macht sitzen, nicht viel von Magie. Scheinbar sind sie auch in der Mythologie nicht sehr bewandert. Ich jedenfalls war bestürzt, als die wahnsinnigen faschistischen Terroristen in Syrien, dem Irak und wo sonst noch auf der Welt plötzlich als Isis bezeichnet wurden… „Ich bin alles, was war, was ist und was sein wird…Isis“ Es jagt mit immer noch einen Schauer über den Rücken.  

Inzwischen ist man zumindest hierzulande von „Isis“ abgegangen, zum Glück. Aber auch das Ersatzwort „Terrororganisation IS“ gefällt mir nicht wirklich, denn auch die Worte „Islamischer Staat“ tragen sehr viel Macht in sich. Zwar wird immer klar gestellt, es handele sich nicht wirklich um einen Staat, und auch nicht wirklich um Islam. Warum aber nennt man es dann so?  

Ein passenderes Wort ist bereits gefunden, da entstanden, wo der Terror wütet. „Daesh“ werden die Terrormilizen dort genannt.  Dabei handelt es sich um ein interessantes Wortspiel, denn zunächst einmal steht Daesh als Abkürzung für „Al-Daula al-Islamija fil-Irak wal-Scham“ (der islamische Staat im Irak und der Levante). Im Arabischen heißt es aber auch „Fanatiker“, „jemand, der anderen seinen Willen aufzwingt“ oder „jemand, der Zweitracht sät.“ Und tatsächlich zeigt sich auch hier, dass Worte Macht besitzen, denn der Name Daesh gefällt den Daesh-Milizen überhaupt nicht. (Quelle bzgl. Daesh Deutschlandfunk)  


Die Göttin Isis fordert also ihren Namen zurück. Wie kann sie es schaffen, ihn zurück zu bekommen?  

Die Antwort lautet: „Who is the goddess? We are!“  


Alles was ist, alles was war  

Alles, was jemals wird sein  

Isis, magische Göttin!  

Alles, was ist, ist Dein!   


All that is, all that was  

All, that ever shall be!  

Isis, Queen of magic,  

All that is, is thee! 

 

 

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